Pool am Campingplatz in Pineda
Der große Pool am Campingplatz in Pineda De Mar - keine schlechte "Notlösung"

Wir frühstücken in aller Ruhe draußen - obwohl das auf dem Parkplatz in Tarragona nicht erwünscht ist, wie uns eine schlecht gelaunte Parkwächterin zwei Tage zuvor erklärt hat. Aber nachdem Sonntag ist, gehen wir davon aus, dass Niemand vor 10 zum Kontrollieren vorbei kommt - und dem ist natürlich auch so 😎. Für die Rückreise bleiben uns noch 6 - 7 Tage und die wollen wir nach Möglichkeit am Strand verbringen. Nachdem wir noch knapp 1500km zurücklegen müssen, heißt das eigentlich jeden Tag ein bisschen fahren und immer ein neuer Strand. Christina hatte vor 2 Jahren ein paar Schätzchen verpasst, daher plane ich die Rückreise so, dass wir an einige der schönen Strände von 2024 nochmal vorbei schauen.

Als wir damals Christina am Flughafen in Barcelona abgeliefert haben, sind wir zuallererst einen Stellplatz in Pineda del Mar angesteuert. Der lag mitten im Wohngebiet und nur einen Katzensprung vom Strand entfernt. Nach einer Recherche im Internet stellt sich allerdings heraus, dass der Platz neuerdings geschlossen ist, weil auch dort gebaut wird - schade aber auch. Park4Night bietet für Pineda wenig Alternativen und wir brauchen zumindest Infrastruktur zum Entleeren und Befüllen, denn zum ersten Mal in diesem Urlaub musste ich heute früh die Ersatz WC-Kassette einsetzen. Bleibt also nur einer der Campingplätze von denen es in Pineda eine ganze Reihe gibt. Nachdem heute in Spanien der letzte Ferientag ist, sollte es langsam leerer und auch günstiger werden.

Pescador Meerseite
In Pescador ist es so leer, dass wir locker einen Platz mit Meerblick bekommen

In Pineda fahren wir zunächst einen großen Carefour-Supermarkt an, um unsere Vorräte für die letzte Woche aufzufüllen. Obwohl der Parkplatz riesengroß ist, finden wir zunächst keine Parkmöglichkeit für unser "Schiff". In der Nähe war ein Markt und die Besucher haben großzügig alle Supermarktparkplätze genutzt. Scheinbar war die ganze Stadt auf dem Markt.

Wir finden ganz hinten dann doch noch ein Plätzle und füllen den Kühlschrank und die Weinvorräte wieder auf. Danach steuern wir einen Campingplatz an, den Christina in P4N rausgesucht hat, weil man dort direkt am Meer stehen kann und er auch preislich halbwegs annehmbar war. Tja - wieder mal Pustekuchen. An der Einfahrt erklärt man uns, sie wären total voll und es sei ja noch Saison, und wir würden ohne Reservierung definitiv keinen Platz in Pineda bekommen - na klasse...

Aufwärmübung in Martigues
Wetter geht so, aber das Meer ist herrlich warm in Martigues

Wir steuern also den nächsten Platz an. Der hat noch einen Platz, aber wir erkennen bereits von draußen, dass wir in der engen Einfahrt nicht ums Eck kommen. Also Motor an und weiter. Beim dritten Campingplatz ist es dann kein Problem - es sind noch einige Plätze frei und wir können uns den Platz vorher gerne anschauen. Mit 35€ inkl. Strom ist der Platz auch noch ziemlich günstig - dafür dass er einen großen Pool, viele Waschmaschinen und ziemlich große Plätze hat. Alles klar , wir bleiben da. Beim Anschließen des Stromkabels stelle ich fest, dass unser Hauptkabel wohl kaputt ist (hatte in Ronda schon gezickt). Aber mit den Adaptern und dem Verlängerungskabel bekomme ich auch so Strom ins Wohnmobil 😁. Wir packen sofort zusammen und ziehen los zum Strand, der nur durch eine Straße und die Bahnlinie vom Campingplatz getrennt ist. Es gibt dafür eine Unterführung, der Strand ist schön und das Meer angenehm warm.

Chrissi wie in alten Zeiten
Wie in alten Zeiten - Chrissi auf  dem Board

Auf dem Rückweg stellen wir die Jungs am Pool ab, trinken ein Aperölchen und dann geht Chrissi Wäsche waschen während ich den Grill vorbereite. Es wird ein langer, entspannter Abend bei angenehmen Temperaturen. Am nächsten Morgen hole ich an der Rezeption die bestellten Baguettes ab, wir frühstücken gemütlich und packen unsere 7 Sachen wieder zusammen. Ich fülle mit dem Kanister den Frischwassertank noch voll (das Wasser ist super lecker und fast gar nicht gechlort), leere beide WC Kassetten und nachdem die Temperaturen schon wieder an der 30 Grad Marke kratzen, springen wir noch in den Pool. Vor der Abfahrt nutzen wir noch die Duschen des Campingplatzes und dann geht es schon wieder weiter Richtung Norden.

Die beiden nächsten Plätze waren vor zwei Jahren nicht so "der Burner", also wollen wir gleich bis Pescador mit den Wasserkanälen durchfahren. Hier bietet sich ein sehr ungewohntes Bild. Von wegen es ist noch Saison - der Campingplatz ist fast leer gefegt und auch auf dem Stellplatz tummeln sich nur eine Handvoll Wohnmobile. Hat den Vorteil, dass wir zum ersten Mal einen Platz auf der Meerseite bekommen. Und ja - da ist es auch ziemlich schön. Nachteil ist, dass unsere geliebte Strandbar bereits komplett abgebaut ist. So müssen wir zum ersten Mal die Strandbar des Campingplatzes nutzen - und auch dort kann man mit Meerblick sehr schön sitzen. Abends werfe ich den Grill an und freu mich auf 3 riesige Steaks. Leider stellen sich 2 von den vermeintlichen Steaks als hauchdünn geschnittene Steaks heraus. War irgendwie nicht ersichtlich und schmeckt trotzdem Allen.

Der wunderschöne Strand in Martigues
Letzter Blick auf das türkisfarbene Meer in Martigues

Am nächsten Morgen geht es schon wieder weiter und wir wollen bis nach Frankreich rein. Also noch einmal günstig für 1,68€ tanken und dann ab auf die Autobahn. Der erwartete Stau an der Grenze bleibt zu unserer Überraschung komplett aus und somit rollen wir noch vor 14 Uhr auf dem Stellplatz in Pescador ein. Die Plätze dort sind relativ eng, aber ich fand damals den Strand super und der Ortskern ist auch in Laufnähe zum Stellplatz. Wir packen also wieder Badesachen und Sonnenschirme und ab auf den Strand. Lustigerweise steht die Strandbar diesmal an einer anderen Stelle als noch vor zwei Jahren. Aber das Meer ist super und wir planschen und dösen in der Sonne. Im Laufe des Nachmittags zieht es immer mehr zu und am Horizont ist ein Fetzen Gewitter zu sehen. Wir packen daher unsere Sachen zusammen und beeilen uns ins Wohnmobil zu kommen, wo wir alle Sachen erst Mal einräumen. Minuten später setzt tatsächlich heftiger Regen ein. Das ist eher schlecht, weil wir zum Abendessen eigentlich in den Ort rein laufen wollten.

Der Regen hört gottseidank nach knapp einer Stunde wieder auf und wir ziehen uns etwas wärmer an und laufen in den Ort. Es gibt dort mehrere Gaststätten, von denen allerdings einige am Montag zu haben sollen. Wir finden aber eine nette Pizzeria in der es auch Burger, Nudeln und Muscheln gibt und kehren dort ein. Gesättigt rollen wir zurück zum Wohnmobil und verbringen den Abend ohne Regen mit einem Schwätzchen mit unserem Nachbarn. Nachts regnet es immer wieder, so dass wir am nächsten Morgen wieder drin frühstücken müssen. So war das eigentlich nicht geplant.

Am See in Aix Le Bains
Vor der Abfahrt laufen wir noch zum See in Aix Le Bains - tolles Panorama

Nach dem Frühstück das gleiche Spiel wie die Tage zuvor - wir Spülen, packen zusammen und fahren bei bewölktem Himmel zu unserem nächsten Stellplatz in Martigues. Der Stellplatz ist so klein, dass ich vorsichtshalber vorher bei CCP reserviert habe, was sich bei der Ankunft als gute Idee herausstellt, denn es ist genau ein Platz frei - unserer. Das Wetter bleibt bewölkt, aber es ist relativ warm. Da der Strand hier relativ spektakulär zwischen Felsen eingebettet ist, laufen wir trotzdem dahin - zunächst ohne Badeklamotten und Handtücher. Dort angekommen stellen wir fest, dass das Wasser wärmer ist als die Luft und es gibt richtig schöne Wellen zum Surfen. Daher wider zurück, Klamotten und Boards holen und schon sind alle im Wasser. Christina schnappt sich ein Board und gleitet wie in ihrer Kindheit fast bis zum Strand. Auch Rufus hat kein Angst vor den hohen Wellen und genießt das Spiel mit der Brandung. Henry ist wieder mal ein bisschen vorsichtiger, nachdem er bei seinen ersten Board-Aktionen ziemlich nah an die Felsen gekommen ist.

In Selz gibt es leckere Flammkuchen
Flammkuchen-Essen in Seltz - lecker mit Honig, Birne und Ziegenkäse

Wieder Mal ein Lehrstück zum Thema "schlechtes Wetter". Ja - mit Sonnenschein wäre es definitiv schöner, aber dann wären die Wellen nicht so groß und wir haben alle trotz bewölktem Himmel super viel Spaß. Wir müssen am Abend die Jungs fast vom Stand weg zerren - die wollen gar nicht heim. Hilft nix - wir müssen ja noch duschen und es wird auch langsam dunkel.

Zum Abendessen ist die leckere Pizza vom Dark Garroh geplant, einem kleinen Imbiss nur 200m weit weg vom Stellplatz, ohne eigene Sitzplätze. Wir essen lieber drin, weil der Wind gar so pfeift und spielen zum Abschluss noch eine der legendären Mensch Ärger Dich nicht Partien. Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne und ganz kurz überlegen wir, ob wir nicht noch einen Tag hier bleiben wollen. Denn heute ist eigentlich unser letzter Tag am Meer, denn danach müssen wir ins Landesinnere fahren, um am Samstag wieder rechtzeitig zu Kilis Geburtstag zu Hause zu sein.

Henry hat sich in den Kopf gesetzt, dass wir da unbedingt dabei sein müssen und argumentiert seit Tagen wie ein Wilder, warum das so sein muss. Vermutlich will er nur nach Hause, weil ihm nach 5 der Wochen Reise seine sozialen Kontakte fehlen. Irgendwie zieht es uns nicht ganz so nach Hause wie ihn. Trotzdem ist es sicherlich sinnvoller, wenn wir schon am Samstag zurück sind und nicht erst am Sonntag mit dem Ausräumen des Wohnmobils anfangen. Also laufen wir bei strahlendem Sonnenschein noch einmal zum Strand nachdem wir gespült und gepackt haben, sagen dem Meer Tschüs, werfen noch ein paar sehnsüchtige Blicke auf die wunderschöne Landschaft und brechen dann auf in Richtung Norden. Unser Zwischenziel ist Aix les Bains am See Lac du Bourget - immerhin 420km und damit weiter als wir in den letzten Wochen am Tag gefahren sind.

Letzter Abend im Urlaub
Unseren letzter Urlaubs-Abend genießen wir draußen mit leichtem Wehmut

Die relativ unspektakuläre Fahrt über die Autobahn ist ziemlich anstrengend. So viel Seitenwind hatten wir noch nie und ich muss viel Kraft und Konzentration aufbringen, um unseren Laster in der Spur zu halten bzw. nach Überholmanövern wieder in die Spur zu bringen. Und das mit über 4t Gewicht - irre. Der Wind lässt erst nach als wir uns den Bergen nähern.

Hier wird die Landschaft wieder beeindruckender. Man fühlt sich fast schon in der Schweiz, deren Grenze tatsächlich nur ein paar Kilometer weit weg ist. Wir kommen erst spät am Stellplatz an. Dadurch sind die meisten guten Plätze bereits belegt. Wir finden dennoch einen schönen auf dem noch die letzten Strahlen der untergehenden Sonne scheinen. Entgegen unserer Gewohnheit (und der ungeschriebenen Camper-Regel) stellen wir uns mit der Tür zu unseren Nachbarn hin. Andernfalls hätten wir durch den Wohnmobil-Schatten gar nichts mehr von der Sonne gehabt.

So können wir noch bei Sonnenschein unsere Burger grillen und essen. Abends, nachdem die Sonne hinter den Bergen untergegangen ist, sitzen wir noch lange draußen und lassen den Urlaub ein wenig wehmütig Revue passieren. Wir schlafen wieder sehr gut bei angenehmen Temperaturen - nur Henry findet es langsam etwas zu frisch. Frühstück kann wieder draußen stattfinden und wir spazieren vor der Weiterfahrt noch kurz zum See. Der ist wieder wunderschön, ähnlich dem Gardasee umrahmt von hohen Bergen mit schöner Strandpromenade und unzähligen kleinen Bars und Caffes entlang des Weges. Hier könnte man sicherlich ein paar entspannte Tage verbringen. Wir aber müssen weiter, denn für heute steht die Mamut-Etappe mit über 500km an.

Sternenhimmel in Seltz
Wir werden in Seltz mit einem schönen Sternenhimmel belohnt und sehen zwei große Wagen

Die ersten Kilometer gehören zu den schönsten Strecken, die wir bisher mit dem Wohnmobil gefahren sind. Es geht auf schmalen, kurvenreichen Sträßchen immer am See entlang, durch malerische Dörfer und mit spektakulären Blicken auf den See und die umliegenden Berge. Irgendwann kommen wir auf die Autobahn und ziehen durch bis Seltz - was oberhalb von Straßburg liegt. Wir kommen erst um 18:40 an und bekommen dadurch den letzten "Katzenplatz" auf dem CCP-Stellplatz.

Am Stellplatz angrenzend ist ein kleines Bistro in dem es Flammkuchen gibt. Wir müssen schnell bestellen, den Essen gibt es nur bis 19 Uhr. Das klappt und wir genießen leckere Flammkuchen mit Honig, Birne und Ziegenkäse in der untergehenden Sonne - ein echt schöner Abschluss für den Urlaub. Abends sitzen wir wieder lange draußen und lästern über Camper die an ihrem 8m Wohnmobil noch einen 3m Anhänger dran haben, um dort ihr Trike zu transportieren. Diesmal sind wir gar nicht die einzigen die draußen sitzen. Neben uns gibt es noch ein paar ältere Camper-Paare, die auch einen lustigen Abend haben.

Ist lustig - den Fernseher brauchen wir im Urlaub eigentlich nie. Es gibt auch nach 4 Wochen gemeinsamer Reise genügend Gesprächsstoff. Und der Katzenplatz ist gar nicht sooo schlecht, denn am nächsten Morgen können wir draußen in der aufgehenden Sonne frühstücken. Vor der Grenzüberquerung wollen wir noch mal Tanken, denn der Sprit ist in Frankreich einen Deut günstiger als in Deutschland. Tja - allerdings nicht an der Carefour-Tanke in Seltz. Dort wollen die tatsächlich 2,50€ für einen Liter Diesel. Das lassen wir dann doch lieber und fahren zu einer Jet-Tankstelle bei Karlsruhe, wo wir deutlich günstiger weg kommen. Von da aus geht es über die A5 und die A6 zurück nach Fürth. Bis auf zwei Staus am Kreuz Waldorf und an der Baustelle auf der A6 kommen wir gut durch. Ein Glück dass wir nicht in die Gegenrichtung unterwegs sind, denn dort ist die Autobahn wegen eines LKW-Unfalls komplett gesperrt. Wir schaffen es bis kurz nach 2 (und damit noch rechtzeitig zum Geburtstag) zu Hause anzukommen, liefern die Kids bei Katha ab und dann beginne ich mit dem Ausräumen des WoMos, während Christina mit auf den Kindergeburtstag geht. So geht nach über 6200km unsere spannende Reise nach und durch Spanien zu Ende. Wunderschee war's - da wird es definitiv noch ein Fazit dazu geben😎.

Wir sagen dem Meer noch Mal Tschüß
Tschüß Meer - bis zum nächsten Jahr (Strand in Martigues)
Bier vor Meer
Ein echtes Stilleben in Pescador - und lecker ist es auch noch
Abendstimmung in Seltz
Tolle Abendstimmung in Seltz - macht den Abschied nicht einfacher

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