Am Haff steht eine Kuh
Unser erster Parkplatz am Haff in Hel - mit Surfschule und Kuh

Und jetzt, endlich, ist richtiger Sommer auch für uns. Wir wachen auf, die Sonne scheint und es ist warm. Wir frühstücken in aller Ruhe (draußen!!), und dann gehen wir an den Strand. Eigentlich wollen wir heute weiter auf die Danzig vorgelagerte Halbinsel Hel, aber wir haben gelernt, das Wetter zu nutzen wenn es gut ist und bleiben erstmal noch in Leba am Strand. Und die Vorhersage ist trotz allem noch instabil...

Am Strand freunden sich die Jungs mit 2 anderen Jungs aus Lübeck an. Der andere Papa zieht alle vier immer wieder geduldig auf deren Surfbrettern durch die Fluten, und alle haben einen Riesenspass. Ich unterhalte mich mit der dazugehörigen Mama, stellt sich heraus: es geht immer noch wilder, die kommen aus dem Baltikum, von der Kurischen Nehrung, also aus Litauen. Muss megaschön sein (wie man ja auch schon anderweitig durchaus hören kann), was sich halt irgendwie durchaus seltsam anfühlt: man kommt dort Russland schon echt nahe, konkret muss man um Kaliningrad und die dazugehörige, vom russischen Mutterschiff getrennte Oblast herumfahren.

Am Parkplatz können wir auch draußen frühstücken

Wie angekündigt, hält das Wetter nicht, wir sehen dunkle Wolken aufziehen, reagieren aber in unserer Freude über Strand, Leute und (grade noch) Sonne etwas spät. Das hat zur Folge, dass es uns aber sowas von einregnet auf dem Heimweg vom Strand... Also alle ab unter die warme Dusche, nur der arme Roman darf erst, nachdem er unser ganzes Zeug eingepackt hat. Als wir sauber sind, ist der Regen wieder vorbei und die Sonne kommt zurück. Also hängen wir fix die nassen Sachen zum Trocknen auf und unterhalten uns noh ein bisschen mit diversen Nachbarn - und dann aber endlich ab nach Hel.

Die Straße ist nicht mehr ganz so abenteuerlich, wir fahren durch schöne Dörfer, es wird ursprünglicher und erinnert immer weniger an die Adria. Hel selbst ist sehr schmal, auf der Meerseite geht direkt die Eisenbahn, die ersten Kilometer ist auf der Haffseite ein Campingplatz am nächsten. Hmmm, na das sieht ja voll nach unserer Szene aus... Der angepeilte Parkplatz, eine Straße parallel zum Meer ist schön, aber voll. Platz 2 ist direkt an der Bahn, also vermutlich laut. Platz 3 ist zwischen Haff und Hauptstraße, also auch laut, auch nix. So langsam wollen wir ankommen...

Laut TUI soll das einer der schönsten Strände Polens sein

Ich suche einen Platz raus, der am Haff ist, bei Surfern beliebt sein soll, nicht an der Straße liegt - und der tatsächlich vorne, direkt an den Dünen noch kostenlos Platz für uns hat. Und sogar mit ECHT netten polnischen Nachbarn!!

Wir gehen vor ans Wasser, und entweder kann Henry plötzlich übers Wasser laufen, oder es ist ECHT flach. Roman geht mit Rufus wieder zum Auto, Henry spielt, und ich bleibe bei ihm. Nach dem Essen nötigen wir die Kids noch zu einem Spaziergang ins Dorf, aber das endet zwar mit dem versprochenen Eis, sonst sehen wir aber nicht viel Leben, heute endet die Saison hier in Polen, da die Schule wieder los geht.

Wir fahren gechillt zwischen Haff und Ostsee - die Sonne scheint, einfach nur gut

Die Nacht ist wild, in unserem Versuch, unser Schiff nicht zu weit in den Parkplatz ragen zu lassen, haben wir a bissl nah in einem Baum geparkt. Als es zu winden beginnt, denke ich zuerst, jemand will unsere Stühle vor dem Womo unter dem Baum wegklauen, um 3 fährt Roman dann genervt einen Meter nach hinten, er hat Angst um die Front seines Augensterns...

Am nächsten Morgen zeigt sich: wie immer war die Aufregung umsonst, der Augenstern ist immer noch wunderschön wie am ersten Tag, und so frühstücken wir entspannt in der Sonne, bekommen noch eine Tüte Bäckerkekse von den netten polnischen Nachbarn und gehen dann vor zum Haff und schauen den Kitesurfern beim nachsaisonlichen Einholen ihres Strandequipments zu.

Stadtstrand in Hel
Der wunderschöne Stadtstrand in Hel

Dort realisieren wir, dass das Kaff Jastarnia heißt, und dass hier einer der schönsten Stände Polens sein soll (sagt die Tui, und die kennen sich da aus). Also mittags Räder runter, Sachen packen und ab auf die andere Seite ans Meer. Unterwegs finden wir auch das Zentrum, keine Ahnung warum wir das gestern nicht gesehen haben.

Wasser und Strand sind tatsächlich paradiesisch, und in gut 5 Min sind wir auch wieder zurück ans Womo gerollt. Wir essen und starten dann noch einen Anlauf, Jastarnia bei Nacht zu erleben. Diesmal klappts, die Kids bekommen noch ein Nachtisch-Eis und wir schlendern durch die Lädelchen.

Am nächsten Tag bringen wir nach dem Frühstück kurz Wasser, Klo und Vorräte wieder auf Stand und fahren dann bis zur Spitze der Halbinsel. Dort klappts auch mit dem Parkplatz an der Straße mit Blick aufs Meer, in Spuckweite zum Ort. Wir genießen wieder Sand, Sonne und das glasklare Wasser, soo hatte ich mir das vorgestellt! Henry und ich spazieren noch die Promenade entlang, bevor es abends wieder zurück zum Auto geht.

Nachdem es nicht voll ist, stellen wir unseren Tisch und die Stühle vor die Womo-Nase und essen Gegrilltes. Danach noch ein kurzer Besuch in Hel-City, bevor die Kids heim wollen. Am nächsten Tag satteln wir die Räder und fahren unter Begeisterungsschreien von Rufus (waren es, bestimmt!) vor ans Kap der Insel, wo sich Ostsee und Haff treffen. Sieht toll aus, allerdings ist das Baden zu gefährlich, also schauen wir ein bisschen und radeln dann wieder an unseren Stadtstrand.

Leckeres Essen gibt esin Hel auch
In Hel gibt es auch leckere Snacks zu Mittag

Weil es uns hier gar so gut gefällt, verschieben wir unsere Fahrt nach Danzig um einen Tag und genießen nochmal Sonne, Strand und polnische Köstlichkeiten. Und zwar erst tagsüber (Waffeln, Kartoffelschnitze, Eis), und dann Abends (Fisch was geht). Am Strand lernen wir auch einen Polen kennen, der sich unfassbar freut, sein Deutsch an uns ausprobieren zu können, und der uns stolz ein großes Tattoo des Deutschen Tischtennisverbandes auf seinem Oberarm zeigt. Wie auch immer man als Pole zu sowas kommt...

Durch die Bucht zieht ein Gewitter, aber auf der Halbinsel sind wir recht verschont, es schauert nur kurz. Im Restaurant stellen wir einmal mehr fest, dass man mit Englisch hier hinten GAR nichts anfangen kann. Vielleicht deutsch, am weitesten kommen wir aber mit Tschechisch, lustige Welt... Die Jungs spielen nach dem Essen noch am Spielplatz, wir genießen noch den Blick aufs Meer und wollen eigentlich immer noch nicht weg. Aber hilft nix, Danzig lockt, und irgendwann müssen wir ja auch wieder heim. Wobei wir uns immer noch keinerlei konkrete Gedanken gemacht haben, welche Route es werden soll, gibt nur ein paar Ideen. Aber das findet sich schon, wenn der Weg das Ziel ist :-).

Sonnenuntergang in Hel
Der Sonnenuntergang in Hel ist wunderschön
In Hel essen wir noch Mal Fisch
Am Letzten Abend in Hel gehen wir noch Mal leckeren Fisch essen

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