
(Kurztrip: 17.04.2025) Anstelle unseres heißgeliebten Lago Maggiore sollte die Reise diesmal über Ostern zum "großen Bruder" dem Gardasee gehen. Früher waren wir immer mindestens einmal im Jahr in Torbole zum Mountainbiken und haben die Berge und das quirlige Treiben in dem hippen Städtchen sehr genossen. Es geht einfach Nichts über einen Espresso in dem Mountainbike-Treff Mecki's Bar, dem Eis in der "besten" Eisdiele in Arco, oder einem Abendessen im legendären Alla Grotta (wo es sogar eine eigene Grappa-Karte gibt). Auch wenn die Stellplatz-Angebote am Gardasee etwas rar sind, begann ich mit der Urlaubsplanung. So wollten wir mit der Seilbahn auf den Monte Baldo, mit dem Schiff von Malcesine nach Limone und als krönenden Abschluss einen Tag im Gardaland verbringen.
Ich hatte sogar schon potentielle Stellplätze für die Hinfahrt ausgesucht und mich mit den Neuerungen im italienischen Verkehrsrecht vertraut gemacht, die seit 2025 gelten. Diesmal wollten wir trotz der horrenden Maut über den Brenner fahren, da der Umweg über die Schweiz mehr als 3 Stunden ausmacht und auch die Schweizer Schwerlastabgabe seit '25 deutlich teurer geworden ist (damit relativiert sich die Fahrt über den Brenner wieder). Und dann kam der Wetterbericht, der für Karfreitag in Norditalien Regenmengen bis 120l/qm vorhersagte. Das war natürlich gar keine Option für uns. Also nahm ich unsere Liste mit potentiellen Ausflugszielen her und fand die Rodelbahn in Sankt Englmar in Kombination mit dem Waldwipfelweg als hervorragenden Start für unser Oster-Wochenende.

Es trifft sich ausgezeichnet, dass man auf dem Parkplatz vom Waldwipfelweg ohne Probleme mit dem Wohnmobil übernachten kann bzw. darf. Der Sternenhimmel soll wegen der fehlenden Lichtverschmutzung besonders schön sein. Das Packen des Wohnmobils erfolgt wieder mal erst am Abfahrtstag. Wenigstens habe ich die reparierte Wasserpumpe bereits vorher eingebaut und auch den Fahrradträger mit einer dritten Radschiene erweitert. Ich schaffe es trotzdem nicht 3 Räder darauf unterzubringen. Wahrscheinlich muss man dazu einen Lenker umklappen - das muss ich noch in aller Ruhe mal ausprobieren. Gottseidank passen die beiden Kinderräder gerade so noch in die WoMo Garage. So geht es am Mittwoch gegen 16:00 Uhr los - nicht auf direktem Weg in den Bayerischen Wald, sondern mit einem kleinen Umweg übers Playmobilland in Zirndorf. Henry hat es nach nur 3 Ferientagen schon nicht mehr ausgehalten, und wollte sich unbedingt mit seinen Schulfreunden treffen - was dann schlussendlich auch geklappt hatte.
Die Navi-Uschi hat wieder mal den Sightseeing-Modus über die B 85 gewählt, anstelle uns über die A3 direkt nach Sankt Englmar zu lotsen, aber nachdem ich sowieso lieber über kurvenreiche Landstraßen cruise anstatt stupide über die Autobahn, finde ich es gar nicht so schlimm. Wir haben außer Ankommen und Essen für den Abend sowieso nichts mehr vor. Da bei unserer Ankunft der Waldwipfelweg bereits geschlossen hat, ist der Parkplatz fast leer. Außer uns stehen noch 4 Wohnmobile hier. Mit dem Fahrradträger sind wir so lang, dass ich mich schräg auf den Parkplatz stellen muss, um die Zufahrt nicht komplett zu blockieren 😇. Nach dem die Sonne untergegangen ist, wird es draußen rasch kühl, so dass wir es uns im Wohnmobil gemütlich machen müssen - ist halt doch noch April. Nachts gehen wir noch Mal raus und bewundern den wirklich beeindruckenden Sternenhimmel, während die Jungs schon selig in ihren Betten schlummern.

In der Nacht ist es wunderbar ruhig und der Morgen beginnt bei strahlendem Sonnenschein - leider noch mit 8 Grad, so dass wir uns für ein Innen-Frühstück entscheiden (auch wenn Chrissi gedanklich bereits den Tisch draußen gedeckt hatte). Der Parkplatz füllt sich allmählich und wir erkunden das Gelände um den Waldwipfelweg. Hier kann man getrost einen ganzen Tag verbringen, denn außer dem Aussichtsturm mit zwei Rutschen gibt es einen Kinderspielplatz, einen Weg mit optischen Täuschungen und einen mit kniffligen Rechenaufgaben. Man kann sein Wissen über Pilze prüfen, schauen, wie schnell man laufen kann, oder Lamas und Wallabys beobachten. Ganz speziell ist auch der Besuch vom "Haus am Kopf". Gegen 14:00 Uhr sind Rufus und Henry allerdings langsam durch - da merkt man das frühe Aufstehen 😁.
Daher laufen wir zurück zum Wohnmobil und fahren ca. 2km bergab bis zur Sommerrodelbahn, die auch einen eigenen Parkplatz für Wohnmobile bietet. Anfangs will keiner der Jungs mit rodeln, darum beschließen wir kurz die Füße hochzulegen. Noch bevor ich meine Zeitschrift auspacken kann, entscheidet sich Henry aber, dass er jetzt doch rodeln will. Also brechen wir beide schon mal in Richtung Rodelbahn auf, während Chrissi und Rufus noch kurz im Wohnmobil chillen. An der Kasse stellt sich die Frage, ob wir Chips für 6 Fahrten kaufen, oder 4 € mehr investieren und dafür unbegrenzt fahren dürfen. Wir entscheiden uns für unbegrenzte Fahrten - und das war definitiv die bessere Entscheidung, denn schlussendlich fahren wir in den verbleibenden 3 Stunden 12 Mal 😎..

Es gibt unterschiedliche Bahnen, eine auf Schienen, eine Art Bob und den "wuiden Sepp" - eine witzige Achterbahn. Wir fahren natürlich alle mehrfach. Während wir bei der ersten Abfahrt noch bremsen, versuchen wir danach unseren Streckenrekord zu verbessern und fahren komplett "bremsfrei". Irgendwann stoßen auch Rufus und Chrissi zu uns und netterweise darf Rufus komplett kostenlos fahren. Der olle Adrenalin-Junkie genießt die rasanten Abfahrten auch in vollen Zügen und wir fahren ohne Pause bis der Park schließt. Eigentlich könnten wir auf dem Parkplatz der Rodelbahn auch übernachten, aber in unmittelbarer Nähe führt eine Straße vorbei. Daher fahren wir die 2km zurück zum Parkplatz des Waldwipfelwegs und übernachten dort.
Nachts beginnt es - wie vorhergesagt - ordentlich zu regnen. Das hört auch bis zum Morgen nicht auf und wir haben vor lauter Nebel nur 100m Sichtweite. Da bietet sich fast nur der Besuch eines Schwimmbads an - wohlwissend dass bei dem Wetter vermutlich auch alle Anderen ins Schwimmbad gehen werden. Wir entscheiden uns für das Elypso in Deggendorf und fahren bei immer noch strömendem Regen dorthin. Bereits auf dem Parkplatz zeichnet sich ab, dass das Bad ziemlich voll sein wird. Dem ist auch so, daher lösen wir den Eintritt "nur" für 3 Stunden und nicht den ganzen Tag wie sonst immer. Nach 3 Stunden ist's auch gut - die Jungs nölen schon - also gehen wir zurück zum Wohnmobil. Dort überlegen wir kurz, ob wir wie angedacht zum Chiemsee fahren, oder doch zum ähnlich weit entfernten Lipno Stausee in Tschechien. Die bessere Wettervorhersage für den Stausee hilft uns bei der Entscheidung und so fahren wir bei nachlassendem Regen in Richtung Tschechien.

In Park4Night sind entlang des Lipno Stausees mehrere Stell- und Campingplätze aneinander gereiht. Unser Plan ist von oben beginnend einen nach dem anderen anzufahren, bis wir einen Platz für uns finden. Das ist dann aber gar nicht nötig, denn bereits beim ersten Platz "Kemp u Kukačků", der auf seiner Homepage damit wirbt einfach cool zu sein, werden wir fündig.
Hier gibt es auch einen Stellplatz, der jedoch weiter weg vom See, dafür aber näher an den Bahngleisen ist. Da der Preisunterschied lediglich 6€ beträgt, entscheiden wir uns für den immer noch sehr preisgünstigen Campingplatz und kommen für 24€ die Nacht unter.
Wir nisten uns gleich bis Montag ein, da die Wettervorhersage für die nächsten Tage immer besser wird. Es gibt auf dem Platz keine Parzellen, man kann sich einen Platz aussuchen und sich hinstellen. Wir finden einen netten Platz in 2. Reihe mit Blick auf den See. Der Rasen ist durch den Regen ziemlich aufgeweicht, so dass ich mit Schwung unsere Parkposition erreiche und danach froh bin, das WoMo nicht weiter bewegen zu müssen.

Da unser Hähnchenfleisch fürs Abendessen noch nicht komplett aufgetaut ist, beschließen wir das Restaurant des Campingplatzes aufzusuchen. Erweist sich als Spitzen-Idee, nachdem hier die typisch tschechische Küche geboten wird. Chrissi genehmigt sich gefüllte Knödel mit Räucherspeck und Sauerkraut und ich den Böhmischen Schweinebraten - ebenfalls mit Knödeln und Kraut. Dazu gibt es ein Glas Weißwein und grünes, super leckeres Osterbier für mich. Die Jungs haben mit ihren Pommes und den (von uns ausgesuchten) Kartoffelpuffern nicht ganz so viel Glück und wir müssen danach noch eine Pizza ordern, um sie satt zu bekommen.
Am nächsten Morgen werden wir von der Sonne geweckt - auch wenn unser tschechischer Nachbar bereits in kurzer Hose und ohne T-Shirt unterwegs ist, ist es draußen erst 7 Grad warm. Mit Pulli und in der Sonne können wir allerdings problemlos draußen frühstücken. Die Jungs verziehen sich danach auf einen der Spielplätze, oder gehen einen der vielen Hunde streicheln die sich in unserer Nähe befinden. Wir genießen derweil den Blick auf den See und lassen uns die Sonne aufs Gesicht scheinen.
Gegen 11 Uhr breche ich mit dem Rad ins 2km entfernte Örtchen auf. Wir wollen am Sonntag unseren Grill anwerfen, da das Wetter richtig gut werden soll. Aber Pustekuchen - es gibt in dem Dörfchen nur noch Speck-Würste, aber kein Fleisch mehr zu kaufen - dafür wäre ich zu spät dran - sagt eine der Verkäuferinnen. Also kaufe ich lediglich ein paar einheimische Biere und zwei Wein. Da müssen wir am Sonntag wohl noch Mal im Restaurant essen gehen - wir Armen 😁...

Den Rest des Tages verbringen wir "chillend" auf unseren Stühlen am Wohnmobil, nur gegen Abend bewegen wir uns mitsamt Stühlen noch näher an den See heran, beobachten die Angler und genießen das Glitzern des Wassers. Am Abend schnacken wir noch ein bisschen mit zwei Paaren aus Roth und Schwabach, die zur Freude unserer Jungs einen sehr streichelfreudigen Hund Coco dabei haben. Als die Sonne weg ist, wird es schlagartig saukalt und wir verziehen uns fluchtartig ins Wohnmobil. Dort haben wir leider eine der Klappen offen gelassen, so dass es auch im Wohnmobil selber ganz schön schattig ist. Aber mit dem Boost-Modus der Heizung wird es nach kurzer Zeit wieder erträglich.
Der Oster-Sonntag startet ähnlich sonnig, und sogar noch wärmer als der Samstag und nachdem ich mit Rufus die vorbestellten Brötchen und "Rohlíky" geholt habe, begeben wir uns auf Eier-Suche. Nach dem Frühstück gehen die Jungs wieder spielen und wir genießen das schöne Osterwetter. Leider lassen sich die Jungs gar nicht dazu bewegen sich auf die Räder zu schwingen und eine kleine Runde um den See zu fahren. Ganz im Gegenteil - Henry ist es "langweilig" und er würde gerne zu Hause mit LEGO oder seinen Keppler-Bauklötzen spielen. Er ist nicht mal mehr dazu zu bewegen, mit uns Ball, oder irgend ein Gesellschafsspiel zu spielen - das nächste Mal sollten wir ihn zu Hause lassen (was wir ihm so auch androhen) 😉. Am Nachmittag schwinge wenigstens ich mich aufs Radl und fahre knapp 10km am See entlang. Es gibt einen fast durchgehenden Radweg um den Stausee herum. Danach gehen wir noch einmal lecker böhmisch essen. Trotz Protest bekommen die Jungs nicht wieder Pommes, sondern Reis mit Hähnchen, während Chrissi sich Rippchen mit Bratkartoffeln und ich einen gebratenen Truthahn genehmigen. Das super leckere, grüne Osterbier ist da leider schon alle..
Am Montag frühstücken wir noch Mal gemütlich draußen, bevor wir Alles wieder einpacken, das Wohnmobil entleeren und den Heimweg über die A3 antreten. Nach knapp 4 Stunden sind wir wohlbehalten, ohne Stau, gut erholt und braun gebrannt wieder zu Hause. Schön war's am Lipno Stausee - das wird definitiv eine Wiederholung geben.

