Stellplatz direkt an der Ostsee
Schon ein richtig cooler Stellplatz in Øster Hurup am Hafen

(Mitteltrip: 08.06.2025) Eigentlich war Dänemark bekanntermaßen nicht unser favorisiertes Urlaubsziel. Genauso wie bei Schweden gab es hier Befürchtungen, der Urlaub könnte kalt und komplett verregnet werden. Aber manchmal wird aus einer fixen Idee relativ schnell eine konkrete Planung. Eine befreundete Familie fährt schon seit Jahren in ein Ferienhaus nach Dänemark und schwärmt danach, wie schön es denn gewesen sei.

Zugegebenermaßen sind die daraufhin gezeigten Fotos wirklich beeindruckend und das Wetter darauf ist meistens gut (oder die Regenbilder wurden einfach nicht gezeigt 😎). Wir sollten doch mal mitkommen - mit dem Wohnmobil könnte man direkt in der Nähe der Ferienwohnungen mit Blick aufs Meer stehen. Also sprangen wir über unseren Schatten - zumindest Chrissi 😇- und begannen mit der Planung für einen gemeinsamen Urlaub in den Pfingstferien. 

Zwei "Kleinigkeiten" machten die Planungen ein bisschen spannender. Ich bin davon ausgegangen, dass das Ferienhaus in der Nähe von Flensburg liegt - also kurz hinter der Grenze. Aber weit gefehlt. Der Sehnsuchtsort Øster Hurup liegt noch 280km oberhalb der Landesgrenze, was für uns eine Fahrt von insgesamt 1000km einfach bedeutete.

Würmsee auf dem Entdeckungs-Pfad
Auf dem Erlebnispfad um den Würmsee

Zusätzlich war der gewählte Termin in diesem Jahr zeitlich suboptimal, da in diesen Zeitraum auch noch mein "Schnaps-Geburtstag" und die Hochzeit von Jenny und Tom fielen, die wir natürlich gebührend zu Hause feiern wollten. Damit blieben uns maximal 10 Tage für die Strecke hin und zurück, einige gemeinsame Tage vor Ort und zusätzliche Aktivitäten entlang der Strecke. 

Leider klappte es diesmal nicht, dass wir Nessie und Norman in Hildesheim treffen konnten. Wäre genau die Hälfte der Strecke und wir sind direkt an Hildesheim vorbei gefahren. Da ich wenig Lust auf den alljährlichen Stau in zu Pfingsten hatte und wir in Ruhe packen wollten, geht unsere Fahrt am Pfingst-Sonntag nach dem Frühstück los. Da keine Laster unterwegs sind, kommen wir trotz einsetzendem Regen sehr gut voran. Die Navi Uschi schickt uns diesmal wieder über die A73 und A71 am Harz vorbei auf die A7. Fährt sich tatsächlich deutlich angenehmer als die A3 und dann A7 über Kassel. Das findet auch Chrissi, die an dem Tag die erste Fahr-Schicht übernimmt. Wir wollen heute mindestens die Hälfte der Strecke schaffen, damit wir am Pfingstmontag schon in Øster Hurup ankommen. Bei dem Regen macht ein Zwischenstopp sowieso wenig Sinn. Da Hannover ungefähr auf der Mitte liegt, suchen wir uns einen schönen Stellplatz in der Nähe und entscheiden uns für den Parkplatz am Würmsee.

Das Womo-Gadget im Einsatz
Ich verwende unser Frogg-Gadget für die Scheiben und Rufus freut sich sichtlich darüber

Als wir dort gegen 16:30 ankommen, hat der Regen bereits nachgelassen. Wir ziehen Regenjacken und Gummistiefel an und wollen den Erlebnispfad erkunden, der um den See herum geht. Nur Rufus wehrt sich vehement und will auf keinen Fall aus dem Wohnmobil. Als ein Spaziergänger mit seinem Hund vorbei geht, fragt Chrissi ob er denn kurz stehen bleiben könnte, damit wir Rufus raus bekommen. Das macht der nette Herr und das "Lockmittel" Hund funktioniert.

Rufus schnallt sich sofort seine Gummistiefel an und stapft mit. Da wir den gleichen Weg haben, darf Rufus sogar den Hund "Oscar" an der Leine führen - was er sofort voller Begeisterung auch macht. Um den See herum sind verschiedene Kunstwerke angebracht - ist eigentlich sehr nett. Zum Abschluss spendiert der nette Hundebesitzer auch noch Eis für die Jungs mit dem Hinweis er habe ja auch Enkelkinder. Wieder mal ein total schönes Erlebnis.

Sonnenuntergang auf der Terrasse
Jeden Abend genießen wir einen grandiosen Sonneuntergang

Nach dem Spaziergang wird das Abendessen in Form von Spaghetti Carbonara kredenzt und dann geht es für die Jungs langsam ab in Richtung Bett. Chrissi und ich wollen unsere sonntäglichen Tradition pflegen und uns den Tatort anschauen, wir haben ja eine SAT-Schüssel auf dem Wohnmobil (die wir immerhin schon 3Mal genutzt haben). Das mit dem Fernsehen klappt gar nicht, da wir mitten im Wald stehen und die Schüssel den Astra-Satelliten nicht finden kann. Auch alle Versuche das Bild vom Handy irgendwie auf den Fernseher zu bekommen scheitern, so dass wir den Tatort schlussendlich auf dem Handy-Display angucken. Ist irgendwie auch ganz lustig 😁.

Am nächsten Morgen scheint schon die Sonne. Die Nacht war recht kühl, daher sind die Scheiben voll beschlagen und unser WoMo-Gadget Frogg kommt zur Begeisterung von Rufus zum Einsatz, um die Scheiben vom Wasser zu befreien. Rufus und ich laufen noch einmal um den halben See während Chrissi das Frühstücks-Geschirr spült. Und dann geht es wieder auf die Straße. Henry ist Beifahrer und singt voller Begeisterung das schwedische ESC Lied "Bara Bada Bastu" mit, das Chrissi zu einer rasanteren Fahrweise verleitet, die mit einem Blitzer-Foto innerhalb der Ortschaft gestraft wird (bisher ist allerdings noch Nichts gekommen 😜) . Danach geht es weiter durch den Hamburger Elb-Tunnel, vorbei an Flensburg über die Grenze nach Dänemark.

Catcar geht auch bei Regen
Trotz Regen gute Laune beim Catcar-Fahren

Katha und Winni haben immer von der guten Qualität der Straßen in Dänemark geschwärmt. Daher freue ich mich auf ein zügiges Vorankommen auf der freien Autobahn. Das klappt auch - allerdings nur 30km. Dann folgt eine fast 200km lange Baustelle mit unzähligen Engstellen und einer Begrenzung auf 80 km/h. Von wegen tolle Straßen...

Entsprechend kommen wir erst 1,5 Stunden später als angekündigt gegen 17 Uhr in Øster Hurup an und finden einen grandiosen Platz auf dem Stellplatz im Hafen mit direktem Blick auf die Ostsee. Viel besser stehen wird da tatsächlich langsam schwierig. Ich entsorge noch fix unser Klo, was dank der hervorragenden Hafen-Infrastruktur problemlos funktioniert. In der Zwischenzeit besucht uns Katha deren Ferienhaus tatsächlich nur 100m von unserem WoMo entfernt ist. Nach dem Abendessen mit unverbaubarem Blick auf die Ostsee packen wir ein Fläschchen Wein und den Apfelstrudel von Mama Fleischer mit und statten Katha und ihrer Familie einen ersten Antrittsbesuch ab. Den Abend verbringen wir auf deren Terrasse und genießen dabei einen wunderschönen Sonnenuntergang. Lustigerweise stellen wir bereits an dem Abend fest, dass es so hoch im Norden sehr spät, oder fast gar nicht dunkel wird. Gegen 23 Uhr ist es immer noch vollkommen hell und wir sind froh, dass sich unser WoMo gut abdunkeln lässt. Die Temperaturen liegen irgendwo bei 18 Grad, also lassen wir noch alle Luken zu.

Die Jungs buddeln auch im Regen
Es gibt kein schlechtes Wetter - Buddeln geht auch mit Regen

In der Nacht setzt der in der Wettervorhersage angekündigte Regen ein. Und der hält auch zum Frühstück noch an. Bedeutet natürlich - wir müssen wieder innen frühstücken. Sollte sich hier Chrissis Skepsis bezüglich eines Urlaubs im Norden doch bewahrheiten 🙄 ?? Irgendwann beschließen wir trotz leichtem Regen unser zu Hause zu verlassen, ziehen unsere wetterfesten Klamotten an und fallen bei den Königs ein.

Wir sammeln alle Jungs ein und gehen eine Runde mit den "Catcars" fahren, die hier in der recht leeren Ferienhaussiedlung für die Kinder kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Und trotz des nicht optimalen Wetters haben die Jungs sichtlich Spaß. Zum Mittagessen gibt es leckere Fish and Chips aus einer Bude direkt am Hafen - zumindest hauen unsere Jungs rein, als hätten sie tagelang nichts gegessen. Nachmittags brechen die Mädels (Chrissi, Moni und Katha) in das 40km entfernte Aalborg auf, während die Jungs Sandelsachen holen und auf einer Sandinsel Dämme errichten, um die nahende Flut aufzuhalten. Sogar Rufus lässt sich auf das Abenteuer ein und buddelt fleißig mit. Ok - Simon geht sogar mit nur mit Badehose bekleidet buddeln - bei 16 Grad, da wird mir schon beim Anblick kalt.

Endlich Sonne am Morgen
Mit Sonne noch viel schöner - den Kaffee gibt es gleich draußen

Die Jungs halten relativ lange durch, aber irgendwann wird es doch kalt und alle ziehen sich auf eine warme Dusche in das Ferienhaus zurück. Nachdem es immer noch leicht regnet und die Hüpfburg im nahen Restaurant nicht benutzbar ist, nutzt Opa Bernd den Netflix-Account und schaltet für die Jungs "Pockemon" auf dem Fernseher ein. Hatte ich bisher noch nie gesehen und habe scheinbar auch nichts verpasst - was für magere Geschichten.

Auch Rufus ist eher gelangweilt, daher gehen wir beide ins WoMo und spielen zwei Runden "Mensch ärger dich nicht", die Rufus beide knapp gewinnt. Den Abend verbringen wir wieder auf der Terrasse des Ferienhauses - der Regen hat am frühen Abend bereits aufgehört. 

Für den nächsten Tag war strahlender Sonnenschein angekündigt - dem ist tatsächlich so. Es weht zwar eine frische Brise, aber die Sonne scheint vom absolut wolkenlosen Himmel. Wir genehmigen uns unseren Morgenkaffe daher gleich mal vor dem Wohnmobil.

das berühmte Krabben-Rennen
Die Jungs schicken die Krabben ins Rennen

Da am Abend gegrillt werden soll, schnalle ich mein Bike ab und statte dem Dagli'Brugsen - einem ortsansässigen Supermarkt - einen Besuch ab. Der erweist sich als gut sortiert, so dass ich sowohl lecker Würste und Steaks, als auch lokales Pale Ale erwerben kann. Es stimmt, dass die Lebensmittel und Getränke in Dänemark teurer sind, als bei uns. Aber es ist bei Weitem nicht so übertrieben teuer, wie es oft zu lesen ist. Das Bier kostet dort ~4 €. Auch bei uns zahle ich für ein brauchbares PaleAle mindestens 2,50€ - geht also. 

An diesem Nachmittag ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Dänen geplant - das Krabben-Rennen. Dabei werden Krabben in unterschiedlichen Größen mit Muschel-Fleisch angelockt und dann mit einer Art Angel mit Wäscheklammer und einem Kescher im Bootshafen eingefangen. Sobald man 4 Krabben beieinander hat (was erstaunlich schnell geht), geht es auf die Rennstrecke. Das ist eine geneigte Metallplatte mit 4 getrennten Bahnen und einem Schieber. Man platziert dort die gefangenen Krabben vor dem Schieber, gibt seinen Tipp ab welche am schnellsten ins Wasser laufen wird und öffnet dann den Schieber. Tatsächlich laufen dann alle Krabben los und plumpsen am Ende der Bahn zurück ins Hafenbecken. Sicherlich nicht die tierfreundlichste Beschäftigung, aber ein Riesen-Spaß für alle - und immerhin überleben zum Schluss alle Krabben. Übrigens gewinnt nicht immer die größte Krabbe das Rennen..

Zusammenfluss von Nord- und Ostsee
Der Zusammenfluss von Nord- und Ostsee in Skagen

Abends wird gegrillt. Ich werfe unser Fleisch auf den WoMo Grill, um Opa Bernd mit seinem kleinen Holzkohle-Grill zu entlasten. Dazu gibt es zwei unterschiedliche Kartoffelsalate einmal Tante Moni und einmal Oma Moni - sehr lecker. Den Abend lassen wir wie auch in den Vortagen bei untergehender Sonne  mit einem Gläschen Wein auf der Terrasse ausklingen. Für den nächsten Tag wollen wir alle gemeinsam einen Ausflug unternehmen, damit wir von Dänemark mehr sehen als "nur" Øster Hurup. Wir fahren entlang der Küste auf schmalen Sträßchen - landschaftlich sehr reizvoll - und nehmen für den Hinweg nach Skagen die Fähre von Egense nach Hals. Sind zwar nur 540m zu überbrücken, aber für die Kinder super spannend. Die Dänen begrenzen die Geschwindigkeit in Ortschaften entweder durch Hubbel, oder einseitige Straßen-Inseln, so dass man immer Slalom fahren muss. Ist mit unserem langen Wohnmobil auf alle Fälle spannend (aber natürlich problemlos machbar).

Die Rieisige Wanderdüne wird komplett erkundet
Die große Wanderdüne - ein Riesen-Spaß für alle

Wir werfen Tante Moni noch in Skagen raus, die sich lieber die Stadt anschauen will, als noch mal zum Zusammenfluss von Nord- und Ostsee zu laufen. Wir parken dann am Skagen Bunkermuseum und machen uns zusammen mit mehreren 1000 Touristen und Dänen auf dem Weg zum Nord-Östlichsten Punkt Dänemarks.

Der Weg ist total schön, immer an der Ostsee entlang und die Sonne scheint wieder mal vom wolkenlosen Himmel. Die Temperatur passt - wir sind mit T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs und müssen nicht frieren 😷. Ist landschaftlich tatsächlich sehr schön und die Jungs stapfen brav mit.

Von da aus ist es nur ein Katzensprung bis zur größten Wanderdüne Dänemarks, der Råbjerg Mile, die wir uns bei der Gelegenheit auch gleich mal anschauen wollen. Tatsächlich sieht es aus wie ein Stück Wüste mitten in Dänemark. Alle Jungs rollen jauchzend die steilen Abhänge hinunter und natürlich muss auch die größte Erhebung der Düne bestiegen werden. Von dort hat man eine tolle Aussicht nach Skagen und ins Umland. Zurück beim Auto nutzen wir unsere Außendusche am WoMo, um die Kinder wieder halbwegs sandfrei zu bekommen.

Es geht auch Fruehstueck Draussen
Es ist so warm, dass wir mit Pulli sogar draußen Frühstücken können

Wir nutzen gleich die Gelegenheit und fahren in Øster Hurup am Hafen direkt an der Versorgungstation vorbei um Wasser abzulassen und frisches Wasser zu tanken. Das Ablassen gestaltet sich relativ schwierig, da ein rücksichtsloser Däne die Zufahrt zum Ablassgitter komplett zugeparkt hat. So muss ich tatsächlich zum ersten Mal die Schlauchverlängerung an den Grauwassertank montieren um irgendwie an den Gully zu kommen. Da sieht man wieder, Dummheit und Rücksichtslosigkeit macht vor keiner Nation halt - Idioten gibt's überall. Wenigstens kann Chrissi die örtlichen Duschen testen - und die sind sauber und warm (entgegen den Kommentaren bei Park4Night - keine Ahnung was die Leute erwarten).

Der nächste Tag beschert uns tatsächlich ein "Außenfrühstück" - zwar mit Pulli, aber draußen bei feinster Sonne. Das Wetter ist so gut, dass wir uns an den Strand wagen. Ich spiele noch eine Runde Fußball mit Jonas, Rufus und Henry, fülle danach unsere Weinvorräte im Brugsen wieder auf und bereite Datteln im Speckmantel und Bohnen/Mais-Salat vor. Denn heute Abend gibt es lecker gebackene Scholle und wir wollen zumindest einen kleinen Beitrag leisten. Vor dem Abendessen gehen wir noch alle ein Eis im Vaffelhuset essen. Dort gibt es selbst gemachte Eiswaffeln und die Kugeln sind so groß, dass zwei von denen eine vollwertige Mahlzeit ersetzen. Es gibt auch echt spacige Sorten wie "Lakritz".

Henry bewundernd im Legoland
Henry ist fasziniert von den Landschaften im Legoland

Und dann bricht für uns auch schon der letzte Tag an der Küste an. Das Wetter hält immer noch - nur der Wind ist heute relativ stark. Wir beginnen zwar unser Frühstück außen, aber Rufus beschließt nach kurzer Zeit, das es wwwwww ist und drängt uns zurück ins Wohnmobil. Drachen steigen klappt an dem Tag leider auch nicht, da die Windrichtung permanent wechselt.

Aber die Jungs veranstalten noch ein Krabben-Rennen und verbringen viel Zeit auf der Hüpfburg des nahen Restaurants. Wir verabschieden noch Tante Moni, die mit dem Flieger nach Hause reist und genießen noch einen entspannten Tag mit Lesen, doof in die Luft schauen, und lecker Bier trinken - soll ja Schlimmeres geben 😎. Abends machen wir mit Katha noch einen ausgiebigen Spaziergang in den Dünen während Oma Moni und Opa Bernd die Kids beaufsichtigen.

Gruppenfoto im Legoland
Wetter mäßig, Stimmung super - unterwegs im Legoland in Billund

Am Sonntag-Morgen ist es bewölkt und sieht ziemlich nach Regen aus. Ich befülle und entleere das Wohnmobil und muss dabei feststellen, dass ich bei der letzten Aktion wohl mein Tank-Befüllungs-Gadget mit Wasserzähler nicht nicht eingepackt hatte und es jetzt scheinbar weg ist. Mann ärgert mich das.

Wir verabschieden uns noch von den Königs, vergessen dabei fast unsere beiden Campingstühle bei denen auf der Terrasse und fahren bei einsetzendem Regen in Richtung Billund. Was wollen wir in Billund? Da gibt es das "Original-Legoland" während bei uns in Günzburg die Kopie steht. Wir kommen erst relativ spät an und finden auch die Einfahrt zum WoMo-Stellplatz nicht, aber das stellt sich nicht als allzu großes Problem heraus. Entgegen unseren Erwartungen ist der Park trotz Sonntag ziemlich leer. Könnte auch an dem nicht optimalen Wetter liegen. Der Regen hat zwar aufgehört, aber die Sonne ist noch nicht zu sehen.

Im Serengeti Park bei den Elefanten
Bei den Elefanten im Serengeti-Park in Hodenhagen

Wir fahren alle Attraktionen, manche sogar mehrfach und müssen nirgendwo länger als 5 Minuten anstehen. Ist schon cool, weil die Jungs jetzt fast alle Rides mitmachen. Rufus mag es nur nicht, wenn man im Dunkeln einsteigen muss, und Henry winkt bei zwei großen Achterbahnen auch noch ab. Wir verbringen einen tollen Tag im Legoland, auch wenn es zwischenzeitlich mal regnet. Die Attraktionen sind allerdings absolut identisch mit denen in Günzburg. Lediglich die aufgebauten Städte und Landschaften sind noch ein bisschen beeindruckender. Henry verzichtet sogar auf das Abschluss-Eis, um sich die liebevoll gestalteten Bauten genauer anzuschauen. 

Dann schließt der Park auch schon und wir laufen den kurzen Weg zurück ins Wohnmobil. Dort gibt es noch ein Abendessen (schon vorgekocht) und dann tanken wir noch kurz und brechen auf in Richtung Deutschland. Leider ist es schon 19:30 als wir loskommen und wir wollen zumindest irgendwo in die Nähe von Hannover kommen, damit wir morgen "rechtzeitig" im Serengeti-Park in Hodenhagen aufschlagen. Natürlich muss an diesem Wochenende auch noch der Elbtunnel in Hamburg wegen Wartungsarbeiten geschlossen sein, so dass wir außen herum über die A71 und A1 einen zusätzlichen Umweg fahren müssen.

Kurz vor Hamburg ist auf der Ausweichstrecke auch noch eine Brücke wegen eines Schwertransports zeitweise gesperrt, so dass wir 30 Minuten im Stau stehen. Der angepeilte Stellplatz direkt in Hodenhagen fällt damit schon mal aus, weil dort eine Ankunft nach 22 Uhr als Anwohnerschutz "nicht erwünscht" ist. Und das Navi zeigt 23:30 als voraussichtliche Ankunftszeit an. Wir finden in Park4Night einen Ausweich-Stellplatz auf dem Feld bei einem Blaubeer-Verein und rollen dort bei völligster Dunkelheit kurz vor 12 ein. Was für eine Odyssee - und wir haben früher immer über Leute gewundert, die spät Nachts irgendwo angekommen sind - geht scheinbar manchmal nicht anders..

King Kong kann immer noch Angst einjagen
King Kong kann einen noch ganz schön erschrecken..

Der Serengeti-Park öffnet erst um 10 Uhr und dank unserer Nacht-Fahrt sind wir nur 8km davon entfernt, daher ist der nächste Morgen ziemlich entspannt. Wir gehen mit Henry noch in den Hofladen und kaufen dort ein paar Blaubeer-Leckereien und frische Erdbeeren ein, bevor wir nach Hodenhagen aufbrechen.

Die Autoschlange vor dem Park ist gar nicht besonders lang, aber an den Kassen dauert es für jedes Fahrzeug einige Minuten. So kommen wir im Schritttempo nach 40 Minuten endlich in den Park rein, parken und stellen uns weitere 30 Minuten in die Warteschlange für die Bus-Tour durch die Wildgehege. Wir fahren mit einem Doppeldecker-Bus durch die unterschiedlichen Landschaften und Themengebiete und sehen tatsächlich unglaublich viele Tiere, Nashörner, Giraffen, Geparde, Löwen - die sogar noch in "weiß", Zebras, Antilopen. Hat so einen Hauch von Krüger-Light.

Auf dem Gelände des Wildparks befindet sich ein riesengroßer Freizeitpark mit unzähligen Fahrgeschäften, den wir nach unserem Besuch bei den Elefanten ausgiebig testen. Der Park ist auch ziemlich leer, so dass wir uns nirgendwo anstellen müssen und manche Sachen doppelt fahren können. Aber wenn zu wenige da sind, ist es auch nicht wirklich schön, weil die Fahrgeschäfte ziemlich leer sind und die meisten Gondeln und Sitze leer bleiben. Da fehlt ein bisschen die Stimmung. Highlight ist die Fütterung der Menschen-Affen. Der Wärter erzählt tolle Geschichten und es ist köstlich anzuschauen, wie unterschiedlich die Schimpansen um Leckereien betteln. Cool ist auch die Fahrt mit einem Sumpf-Boot mit riesigem Rotor hinten dran. Generell ein toller Park, in dem man locker auch zwei Tage verbringen könnte.

Blick auf das Steinhuder Meer
Ein Blick auf das Steinhuder Meer am Abend

Uns zieht es am Abend allerdings weiter zum Steinhuder Meer, dem größten See in Niedersachsen. Die letzte Übernachtung wollen wir noch mal schön haben, mit Stühlen draußen, leckerem Schlummertrunk und  einem ordentlichen Abschluss-Frühstück in der Sonne. Das klappt eigentlich hervorragend - ein netter Stellplatz in der Nähe des Sees ist schnell gefunden. Der ist auch noch ziemlich leer, und man kann sich relativ breit machen. Einziger Nachteil - es sind nur Rentner unterwegs. Wir handeln uns ein Rüge von unserem Nachbarn ein, weil wir es wagen, nach 22:30 mit den Jungs noch Uno vor dem Wohnmobil zu spielen, währen die Rentner ihren wohlverdienten Schlaf genießen möchten - Spießer. Dabei ist unser Nachbar auch noch ein Franzose - bestimmt ein "Zugereister", denn die Franzosen waren bisher in Sachen Kinder eigentlich besonders nett. 

Wir beschließen vor der Heimfahrt den Vormittag noch am nahegelegenen Badestrand zu verbringen. Park4Night schlägt uns einen Parkplatz vor, der allerdings noch 1km vom Strand entfernt ist. Der Strand am Steinhuder Meer ist dann aber auch wirklich schön - was man vom Wasser nicht behaupten kann. Abgesehen von einem grünlichen Teppich am Rand ist das Wasser nicht klar, sondern mit voll mit bräunlichen Schwebeteilchen. Wir trauen uns anfangs nur bis zur Hüfte rein, erst als ich nachlese, dass die Trübung völlig normal und unbedenklich ist, tauchen wir bis zum Hals ab. Aber Schwimmen gehen wir nicht. Die Jungs buddeln dafür im Sand und nach einem Mittags-Snack an der Imbiss-Bude brechen wir auf in Richtung Fürth. Der Verkehr ist trotz Wochentag echt zäh. Vor Hildesheim stehen wir schon 1 Stunde im Stau - und das nur, weil man von 3 auf 2 Spuren verengt. Im weiteren Verlauf lotst uns das Navi immer wieder von der A7 runter und wieder rauf. Insgesamt keine schöne Fahrerei - wird erst besser, als wir auf die A71 in Richtung Schweinfurt abbiegen. Gegen 20:30 Uhr sind wir dann endlich zu Hause. 

Rufus am Hafen abends
Der Hafen in Øster Hurup am Abend - kurz vor dem Schlafengehen

Trotz der vielen Fahrerei hat es uns in Dänemark richtig, richtig gut gefallen. Unsere Befürchtungen bezüglich schlechten Wetters haben sich nicht bestätigt. Es war zwar nicht immer bolle warm wie in Italien, aber wir konnten fast immer mit T-Shirt und kurzer Hose unterwegs sein. Und abends konnte man mit einem leichten Pulli auch noch ewig sitzen bleiben. Wir konnten sogar draußen frühstücken und wären unsere Jungs nicht solche Frostbeulen, hätten wir das auch noch häufiger gemacht. Dänemark sieht uns damit definitiv wieder. Und zukünftige Reisen in den Norden sind wahrscheinlicher geworden. Eine Reise nach Schweden ist dadurch auch nicht mehr gänzlich unmöglich.

der Strand am Steinhuder Meer
Der Sandstrand am Steinhuder Meer

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